Gut vorbereitet in die Reisezeit

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Pressemitteilung des Johanniter- Medienservices Niedersachsen

Johanniter empfehlen eine ausführliche Planung für den Aufbruch in die Ferien

Hannover. Vorbereitung ist alles. Wer sich auf eine Reise mit dem Pkw macht, muss einiges bedenken. Nicht nur die Fahrtroute, die Pausenintervalle und Beladung stehen im Fokus, auch das Fahrzeug gehört überprüft. Und dann die Details wie das Warndreieck und der Verbandkasten: Ist alles griffbereit und nicht verschwunden unter Gepäckstücken?
Auch während der Reise selbst sind Verhaltensregeln zu beherzigen: Sollte der Verkehr gänzlich zum Erliegen kommen, ist das Freihalten einer Rettungsgasse unabdingbar. Sobald sich der Verkehr auf Schrittgeschwindigkeit verlangsamt oder ganz zum Erliegen kommt, scheren bei einer Straße mit zwei Spuren je Fahrtrichtung die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links und auf der rechten Spur nach rechts aus. Für Straßen mit drei oder vier Fahrstreifen gilt seit dem 1. Januar 2017 folgende Regelung: Die Fahrzeuge auf der äußersten linken Spur müssen nach links ausweichen, alle anderen nach rechts. Bisher wurde die Rettungsgasse bei vier Fahrspuren in der Mitte gebildet.
Die Rettungsgasse ist Bestandteil des Rettungsdreiklangs: 1. Absichern der Unfallstelle und den benötigten Raum für Retter am Unfallort schaffen, damit die Einsatzkräfte nicht bei ihrer Arbeit behindert werden, 2. Notruf absetzen und 3. Erste Hilfe leisten. „Die Praxis zeigt leider immer wieder, dass Gaffer uns im Einsatz behindern und dadurch entscheidende Sekunden verstreichen. Früher waren es meist nur Schaulustige am Rande, heute wird vielfach direkt mittendrin fotografiert und gefilmt, um das Ganze anschließend im Internet zu verbreiten. Das ist respektlos gegenüber Opfern und Rettungskräften und kann im Zweifel Leben kosten“, erklärt Thorsten Ernst, Bereichsleiter für Einsatzdienste der Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen.
Und wie sieht es mit der Absicherung eines liegengebliebenen Wagens auf dem Seitenstreifen oder einer Unfallstelle aus? Auch hier geben die Johanniter Tipps: „Das Fahrzeug muss auffallen, deswegen die Warnblinkanlage anschalten und den Kofferraum geöffnet lassen – dann wirkt es auffälliger. Vor dem Aussteigen zur verkehrsabgewandten Seite die Warnweste anlegen und dann Schutz hinter der Leitplanke suchen“, betont Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie in Hannover. „Auch das Warndreieck muss aufgestellt werden.“ Als Absicherungsmaßnahmen gelten 100 Meter auf Landstraßen und 150 bis 200 Meter auf Autobahnen.
Wer zur Hilfe eilt, sollte niemals die Eigensicherung vergessen und sich zuerst einen Überblick verschaffen. Dann den Verunfallten ansprechen und wenn möglich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Liegen Verletzungen vor, den Rettungsdienst unter der europaweit gültigen Notruf-Nummer 112 oder ansonsten unter 110 die Polizei benachrichtigen. Die Verletzten versorgen bis der Rettungsdienst eintrifft und keinesfalls im Auto auf die Hilfskräfte warten. „Es gilt immer, ab hinter die Leitplanke“, schärft Notfallsanitäter Enke ein.
Die Johanniter raten, vor Reiseantritt in die Sommerferien eine intensive Vorsorge zu betreiben: Jeder motorisierte Urlauber sollte einkalkulieren, dass es zu Stau, Unfällen oder Komplikationen mit dem Fahrzeug kommen kann. Deswegen ist ein ausreichender Wasservorrat einzuplanen, denn es könnte heiß werden im stockenden Verkehr. Auch ablenkendes Spielzeug für die Kleinen sollte nicht vergessen werden. Dann ist weiterhin zu beachten: Ist der Verbandkasten aktuell bestückt und entspricht der gültigen DIN-Norm? Wie sieht es mit Warnwesten aus? „In Deutschland gilt die Warnwestenpflicht“, sagt Enke. „Wir sind der Meinung, dass für jeden Fahrzeuginsassen und nicht nur für den Fahrer ein Exemplar griffbereit deponiert werden sollte.“ Dies ist in manchen europäischen Staaten sowieso vorgeschrieben.
Die Johanniter-Absicherungskarte mit weiteren Verhaltenstipps und eine Darstellung zum Bilden einer Rettungsgasse stehen zum Download unter www.johanniter.de/absicherung bereit. Die Johanniter-Servicetipps zum Ferienbeginn gibt es unter www.johanniter.de/ferienbeginn-nb.

Tipps für lange Autofahrten

– ausgeruht in den Urlaub starten
– leichte Kleidung, in der man sich wohlfühlt, tragen
– Check des Autos: Warnwesten, Verbandkasten, Warndreieck, ggf. Decke
– ausreichend Getränke und leichte Snacks einpacken (Vitaminmangel führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit)
– Gepäck gesichert verstauen
– richtige Sitzposition einstellen
– für angenehmes Klima im Wageninneren sorgen (Klimaanlage, Erfrischungstücher, Luftverbesserer)
– die Routenplanung kreativ gestalten und möglichst Staus im Voraus umgehen
– genügend Zeit einplanen
– regelmäßige Pausen mit Bewegung einlegen (ein Verdauungsspaziergang beugt Müdigkeit vor)
– vorausschauend und defensiv fahren und Abstand halten (reduziert Stress und erhöht die Verkehrssicherheit)
– im Stau: Ruhe bewahren und Rettungsgasse bilden
– beim Unfall: zuerst an die Eigensicherung denken und die Unfallstelle absichern

Tipps für lange Autofahrten mit Kindern

– Gute Reiseplanung und das richtige Timing sind das A und O
– Handgepäck wie Spielzeug im Wageninnern z.B. durch Netze sichern
– Kinder fest aber bequem angurten
– Am frühen Abend und nicht bei Hitze losfahren
– Bei gleichbleibendem Tempo ohne abruptes Bremsen fahren
– Unterhaltsame Spiele, Hörspiele und Bücher bzw. Malbücher sorgen für Ablenkung
– Für eine gewisse Zeit vertreibt auch ein Tablet oder Smartphone mit Spielen, Filmen und Bildern die Langeweile
– Pausen interessant gestalten, indem z.B. eine Raststätte mit Spielplatz oder eine Sehenswürdigkeit angefahren wird
– Kinder in den Pausen sich bewegen und austoben lassen
– Ausreichend Getränke wie Wasser, Saft-Schorlen oder selbstgemachten Eistee und dementsprechend auch genügend Toiletten-Stopps einplanen
– abwechslungsreiche, leichte Kost einpacken wie Sandwiches, belegte Brötchen, Fleischbällchen, gekochte Eier, Butterkekse und viel frisches Obst und Gemüse, das bereits geschnitten in Dosen ein schnelles Fingerfood ist
– Kinder vor der Sonne schützen (Sonnenblenden, Fensterfolie, Sonnenmilch)
– „Notfallköfferchen“ mit Ersatzklamotten, Windeln, Tüchern etc. parat haben

Tipps für lange Autofahrten mit Kleinkindern und Babys

– als Starttermin in den Urlaub den Ferienanfang vermeiden (Kitas sind flexibel)
– Säuglinge und Babys sollten nicht aus dem Rhythmus gebracht und die Fahrt ihren Ess- und Schlafgewohnheiten anpasst werden
– ein Elternteil sollte hinten beim Kind sitzen
– eine Schatztruhe mit z.B. mit Stiften, Stickern, Spielfiguren oder Stofftieren verkürzt die Fahrt

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