Museum

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Aus Liebe zur Heimat

. . . und von dem Gedanken getragen, der Nachwelt das zu erhalten, was noch an altem Kulturgut vorhanden ist, schuf Eichinspektor Rudolf Schliekau († 1953) sein »Lebenswerk nach Feierabend« mit vielen verschiedenen Sammlungen, die heute im »Museum Schliekau« zusammengefasst sind.
Dinge, die anderen zu gering erschienen, Stücke, die schon in der Schuttkuhle gelandet waren oder ins Brennholz sollten, wurden von ihm in nächtelanger Arbeit restauriert und konserviert.
Viele Exponate der Naturgeschichte sowie Gegenstände außereuropäischer Kulturen brachte Rudolf Schliekau aus anderen Ländern mit. Als Maschineningenieur unternahm er in jungen Jahren mehrere Seereisen, die ihn u. a. auch nach Nord- und Südamerika, Afrika sowie nach Asien führten. Auch die Touren, die er später als Ingenieur für eine Magdeburger Installationsfirma unternahm, führten ihn mehrfach ins Ausland.
So sind in diesen Sammlungen auch Gegenstände aus Asien, dem pazifischen Raum, Afrika sowie Amerika zu sehen.

Wiedereröffnung 1959
1959 wurden die Sammlungen, die in 10 Räumen des Hauses ihren Platz gefunden haben, von dem Sohn des Sammlers, dem Buchbindermeister Rudolf Schliekau († 1980), nach gut 25 Jahren der Öffentlichkeit wieder zugängig gemacht. In der Zeit des Nationalsozialismus blieb das Museum ab 1934 geschlossen, nachdem hochrangige Mitglieder der NSDAP versucht hatten, Stücke der Sammlung für einen Platz auf ihrem Kamin zu requirieren.
Das jetzige Museum umfasst die Gebiete Vorgeschichte, Naturgeschichte, Handwerk, Hausrat, Feuererzeugung und Beleuchtung, Hauben, Porzellan und Waffen.
Aus den anfänglich eher karg möblierten Räumen mit ihren vielen 1000 Exponaten ist durch den unermüdlichen Einsatz der dritten Generation, des Schriftsetzerlehrmeisters und Buchbinders Jürgen Schliekau sen. († 25. Juni 2007), heute ein Museum entstanden, welches weit und breit seinesgleichen sucht. Jürgen Schliekau sen. hat viele Gegenstände neu bestimmt, wichtige Ergänzungen zur Sammlung vorgenommen und mit großer Akribie die Ausstellungen verfeinert, außerdem restaurierte er viele Stücke fachgerecht und richtete ein großes gut sortiertes Archiv ein.
Die immensen Kosten, die durch eine Sammlung dieser Größe verursacht werden, trägt die Familie seit vier Generationen selbst.

Hier einige interessante Stücke . . .

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Jürgen Schliekau

Fachkundige Führung durch Museumsleiter Jürgen Schliekau

 

Ein Blick in die Ausstellungen
Im Raum Vorgeschichte sind die ältesten Werkzeuge, Gebrauchs- und Kultgegenstände der Menschen unserer engeren Heimat zu sehen; vom Steinwerkzeug der Altsteinzeit über die Bronzezeit bis zu den Anfängen der Eisenzeit.
Zum Vergleich mit anderen Kulturen wurden hier auch prähistorische Gegenstände aus Griechenland, Rom, Ägypten, China, dem vorcolumbianischen Amerika, Afrika und dem polynesischen Gebiet ausgestellt.
Der Raum Naturgeschichte beherbergt eine umfangreiche mineralogische Sammlung, vom einfachen Mineral bis zum Diamanten, vom Eisen- bis zum Golderz, außerdem Versteinerungen aller Formationen. Die ausgestellten Muscheln und Schnecken aus aller Welt überraschen durch ihre Formenvielfalt. Einige besondere Früchte vervollständigen diese Abteilung.
Hier können vor allem Kinder und Jugendliche an die Natur herangeführt werden und erkennen, welche Vielfalt und Schönheit unsere Erde zu bieten hat, wenn die Menschen sie schonen und pfleglich behandeln würden.
In dem kleinen Raum Handwerk sind Werkzeuge und Arbeiten der verschiedensten Berufe ausgestellt. Viele der hier gezeigten Arbeiten stellen das große Können der alten Meister unter Beweis, die mit – aus heutiger Sicht – primitiven Werkzeugen Gegenstände von hoher Präzision und großer Schönheit schufen.
Einer der neu gestalteten Räume enthält Gegenstände aus dem alten Bevensen, Musikinstrumente der alten Schliekauschen Kapelle und aus verschiedenen Gegenden der Welt sowie Beleuchtungskörper aus der Zeit vor der Elektrifizierung. Nähzeug, Bügel- und Tolleisen, alte Hauben, sog. Strichmützen, Hutschachteln mit bildschönen Bau-ernmalereien und weiteres finden sich ebenfalls in diesem Raum.
Ein etwas kleinerer Raum birgt Tabakspfeifen, Bierkrüge und Porzellan aus verschiedenen Ländern.
Jahr für Jahr wird an der Optimierung der Ausstellungen gearbeitet, um dem Museum den ihm gebührenden Rahmen zu geben. Auch sind verschiedene derzeit eingelagerte Ausstellungstücke vorhanden, die in den noch zu schaffenden Räumen ihren Platz finden sollen.
Inzwischen hat die vierte Generation – die Urenkel des Sammlers –, die Sammlungen übernommen und setzt ebenfalls viel Schaffenskraft und Enthusiasmus ein, um der Stadt Bad Bevensen und ihren Gästen dieses besondere Privatmuseum zu erhalten.