Aktuelle Ausgabe

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Aus Gründen des Datenschutzes werden wir vorläufig keine Magazine zum Download anbieten.

Das aktuelle Magazin finden Sie in Ihrem Briefkasten oder können es sich alternativ bei vielen Geschäften in Bad Bevensen abholen.

Gleichwohl lesen Sie hier das Vorwort zum Advent 2018:

Es naht die stille Zeit!

Liebe Leserinnen und Leser,
während ich hier sitze und an meinem Dezember-Vorwort feilen möchte, gehen mir so allerlei Gedanken durch den Kopf. Viele Themen springen aus den allen Winkeln des Gehirns und heischen nach Aufmerksamkeit. Da mir dieser Lärm im Kopf nicht gefällt, schreibe ich einfach alles auf, woran ich gerade so denke.
Da wäre zum Beispiel die auch in meinem letzten Vorwort ansatzweise erwähnte Weinerlichkeit, wenn wieder ein Geschäft in Bad Bevensen seine Pforten schließt. Aus allen Ecken kann man dann hören, wie schade es doch sei und dass es dort doch immer so schön war und man gar nicht verstehen könne, wieso es so plötzlich schließt. Nun, so plötzlich dürfte es nicht gewesen sein, eher ein langer, manchmal für die Betreiber schmerzhafter Weg; dies vor allem dann, wenn ehrliches Bemühen um die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden so endet, dass gern die Beratung in Anspruch genommen wird und der Einkauf nachher – es ist ja vielleicht ein paar Cent günstiger – im Internet erfolgt. Das mag Ihnen übertrieben  vorkommen, ist jedoch leider kein Einzelfall. Und so sieht man dann vorzugsweise in der Vorweihnachtszeit die Boten, die unter der Last der ihnen aufgebürdeten Pakete beinahe zusammenbrechen. Oft ist auf den Paketen ein Lächeln zu sehen . . . ob es den Boten manchmal hämisch vorkommt?
So erklärt sich häufig, dass kleine Geschäfte, von ganzen Familien mit viel Einsatz und Liebe geführt, aufgeben und leere Schaufenster die Innenstadt »verzieren«.
Doch wir wollen ja jetzt in die Weihnachtszeit blicken mit ihren vielen Lichtern, dem großen Lichterglanz auf dem Kirchplatz und den vielen kleinen Weihnachtsmärkten in den Gemeinden unserer Region. Märkte, die oftmals nur einen bis drei Tage dauern und doch mit unglaublich viel Einsatz auf die Beine gestellt werden. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Sie, sondern ist auch Belohnung für die vielen Ehrenamtlichen, die dort tätig sind. Auch Mitglieder der Gemeinderäte sind dort gern gesehen. Dabei kann man z. B. in Bad Bevensen oder Ebstorf oder anderen Gemeinden den Marktbummel mit einem Besuch in den ortsansässigen Geschäften verbinden. Deren Inhaber freuen sich ebenfalls und sie sind schließlich diejenigen, die auch so manchen Verein vor Ort unterstützen und so am Leben erhalten.
Was mich ebenfalls seit längerer Zeit umtreibt, ist der Bio-Hype. Nanu, werden Sie denken, was hat der Mann gegen Bio? Gar nichts, ganz im Gegenteil. Nur kommen mir häufig Produkte unter, auf denen Bio draufsteht und die auf langen Strecken unter Einsatz großer Energiemengen den Weg in die Regale unserer Läden finden. Mir hat jedenfalls noch keiner erklären können, was an einem Produkt Bio ist, wenn es über die Weltmeere zu uns geschippert kam und dabei mengenweise Ruß und Feinstaub ausgeblasen wurden. Mit ein wenig Nachdenken kommt man schnell darauf, dass es ökologischer ist, regionale Erzeugnisse zu kaufen. Erdbeeren zu Weihnachten müssen nicht sein, die kommen eigentlich nach der Spargelsaison. Genauso ist mir völlig rätselhaft, wieso Milch über viele hundert Kilometer gefahren werden muss, wo doch die Kühe hier auf der Weide bzw. im Stall stehen.
Apropos Stall: Es war ein Stall in Bethlehem, in dem vor über 2000 Jahren jenes Kind geboren wurde, dessen Geburtstag wir alljährlich im Kreise unserer Lieben begehen. Und es war eine arme Familie, in die dieses Kind hineingeboren wurde, wie es so viele arme Familien in der Welt gibt. Daher muss Dank ausgesprochen werden für die vielen Geschenke im Schuhkarton, die auch in diesem Jahr wieder aus unserer Samtgemeinde in die Welt gingen; Dank an die Spender wie auch an die Organisatoren. Wir spenden überhaupt gern, z. B. für Menschen in Bangladesch oder anderen armen Gegenden. Manchmal denke ich, ob es nicht einfacher wäre, für faire Arbeitsbedingungen und Löhne in diesen Regionen zu sorgen, anstatt immer nur dem Billigwahn zu frönen und uns einmal jährlich mit einer Spende wieder gut zu fühlen.
Der Lärm in meinem Kopf ist immer noch nicht weniger geworden, doch bin ich manchmal auch schreibfaul. Daher höre ich an dieser Stelle auf.
Eines allerdings muss ich noch loswerden: Seit vielen Jahren genieße ich es, am Heiligen Abend eine Zeitlang bei mir in der Innenstadt auf dem Balkon zu stehen und zu lauschen. Wissen Sie, was es da zu hören gibt? Nichts! Jedenfalls für eine ganze Weile. Denn wenn die Familien zuhause im trauten Kreis sitzen, fahren kaum Autos und sind nur ganz wenige Spaziergänger unterwegs. Diese hörbare Stille ist ein Genuss für die Sinne in unserer doch so hektischen Zeit.
Und genau das wünscht unser Team Ihnen: Den Genuss der Stille, den anheimelnden Hauch der Besinnlichkeit, die Ahnung von Frieden in der Welt, den leider nur wir Nord- und Mitteleuropäer bereits so lange genießen dürfen wie niemals zuvor in unserer Geschichte.

Ihr
Jürgen Schliekau
Herausgeber